And all the air is filled with pleasant noise of waters.

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Draußen (2)

“Der brillante Stratege unterscheidet sich vom mittelmäßigen Strategen dadurch, dass er einmal gefasste Pläne im Handumdrehen und leichten Herzens durch völlig andere Pläne ersetzen kann.” – Wolfgang Herrndorf, “Arbeit und Struktur”

Jujas Besonders Gesunde Sportlernahrung (10)

Die perfekte Erdbeertorte

Es ist Erdbeerzeit! Schon komisch, wie sich in diesem Blog über Monate verspätete Erlebnisberichte mit halbwegs saisonal passenden Rezepten abwechseln, aber hey, das ist ja das schöne an meinem Privathobby hier, es kann mir total egal sein, ob das für irgendwen Sinn ergibt. Also, die perfekte Erdbeertorte – das ist natürlich ein streitbares Thema; meine kindliche Prägung war dahingehend eher minimalistisch (Biskuitboden und Obst), aber vor einer Weile brachte mich Undi darauf, dass Erdbeeren und Schokolade doch auch eine ziemlich gute Kombination sind, und nach mehrjähriger Perfektionierungsphase steht nun dieses Rezept, dem ich nichts mehr hinzuzufügen habe. Voilà:

Für den Teig:

  • 3 Eier
  • 50g Butter
  • 50g Zartbitterschokolade
  • 70g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 80g gemahlene Mandeln
  • 1 hoch gehäufter EL Kakaopulver

Schokolade und Butter zusammen im Wasserbad schmelzen, leicht abkühlen lassen. 2 Eier trennen, die Eiweiß zu Eischnee schlagen und kalt stellen. Dann beide Eigelb und das dritte Ei aufschlagen, Zucker, Vanillezucker, Mandeln und Kakao dazugeben und verrühren. Am Ende die lauwarme Schokobutter unterrühren, und den Eischnee vorsichtig unterheben. Das ganze in eine 26er Springform geben, bei 150°C Umluft ca. 30min backen. Wahrscheinlich geht der Teig erst super auf und macht dem Bäcker große Hoffnungen, um dann am Ende wieder zusammenzufallen – das macht aber nix, denn wir wollen ja auch einen nicht so dicken, wunderbar saftig-schokoladigen Tortenboden, und das kommt da auf jeden Fall raus.

Teig komplett abkühlen lassen. Man kann mit Tortenring weiter arbeiten oder ihn eben direkt in der Springform lassen, um alles andere darauf zu schichten:

Für die Quarkcreme:

  • 250g Quark
  • 125g Mascarpone
  • 100ml Schlagsahne, geschlagen mit 1 Päckchen Sahnefest
  • 30g Puderzucker
  • Spritzer Zitronensaft

Sahne schlagen, dann den ganzen Rest unterheben, auf den Tortenboden streichen. Dann die (gewaschenen, geputzten) Erdbeeren auf die Creme legen, leicht andrücken (für eine Springform brauche ich gut 500g Erdbeeren).

Über die Notwendigkeit von Tortenguss lässt sich streiten, immerhin fördert er die Haltbarkeit (also sowohl die Stabilität der ganzen Anordnung als auch die Resistenz gegen Schimmel auf den Erdbeeren). Da der Kuchen wahrscheinlich sowieso sofort inhaliert wird, ist dieser Schritt nicht unbedingt nötig; macht halt was ihr denkt. Ich nehme einfach ein Päckchen Erdbeertortenguss, nach Packungsanweisung zubereitet, und verteile es auf der Torte.

Findige Bäcker stellen fest, dass in dem Rezept lauter halbe Packungen (Schokolade, Mascarpone, Sahne) involviert sind. Das gibt euch die Möglichkeit, die Torte in kurzer Folge zweimal zu backen, oder gleich die doppelte Menge zu machen, was bei mir perfekt funktioniert in einem hochrandigen Kuchenblech, ca. 25x40cm. Bereut ihr bestimmt nicht.

Platz da

Das war ein überraschend zeitiger Saisonstart 2020 (damals, in der Zeit, als man noch wohin fahren und Menschen treffen konnte): ein Wochenendausflug zum Zirkelstein bei Reinhardtsdorf, wo ich irgendwie gleich zweimal zum OL gemeldet wurde, und zwar Seniorenklasse, yay. Am Samstag Abend geht’s los mit Nacht-OL, das hab ich zwar diesen Winter tatsächlich so bisschen geübt, aber vor uns steht ein großer dunkler Wald und da zweifle ich schon ein wenig an meinen Fähigkeiten. Es ist bisschen kalt und stürmisch, im Wald zum Glück weniger, und am Start wabert das Gerücht umher, nasse Füße seien obligatorisch. Na prima.

Halb acht Start, hinein in die Finsternis. Die Richtung find ich schon, der Kompass ist mein Freund, aber ich hab absolut kein Gefühl für Distanzen. Bin ich jetzt am Wurzelstock schon vorbeigelaufen oder kommt der erst noch? Zickzack durch den Wald, Fremdlichter helfen. Die vielfältigen Schattierungen der Karte aber eher nicht, im Dunkeln ist der Hochwald irgendwie voller Dickicht und der ganze Wald ist aufgeweicht vom Wetter der Vorwoche, da sind die Grenzen zwischen Erdboden, Sumpf und Bach im wahrsten Sinne des Wortes fließend. Und überall stehen Bäume im Weg rum, man wurschtelt sich immerzu durch kleine Fichten, allerdings hör ich dabei auch gelegentlich jemanden in meiner Nähe fluchen, das verbindet. Meine Orientierung haut auch erstaunlich gut hin, hat das OL-Training doch was gebracht? Immerhin versteckt sich erst der achte Posten so hartnäckig vor mir, dass ich ein bisschen grantig werde und einfach drauf scheißen möchte, aber nach drei Schleifen taucht er dann überraschend doch einfach auf. Zum Ende finde ich dann auch noch den kleinen Sumpf, dessen Querung aus meinen feuchten Füßen klatschnasse Füße macht, Ziel erreicht, ab nach Hause und ins Bettchen.

Sonntag Vormittag starten wir dann nochmal zur Mittelstrecke bei Tageslicht, das ist vielleicht weniger furchteinflößend, aber irgendwie haben wir halt doch so bisschen müde Beine vom Vortag. Ich orientiere dann auch gar nicht mal so blöd, aber gefühlt sind alle anderen dreimal so schnell wie ich, während ich an mehr als einem Steilhang drüber nachdenke, mich erstmal hinzusetzen und Päuschen zu machen, weil ich grad einen Puls hab wie ein nervöser Feldhamster. Meine Kompassläufe funktionieren alle einwandfrei, aber querfeldein balanciere ich nur ungeschickt auf den Überbleibseln der Forstwirtschaft, während die anderen durch den Unrat hüpfen wie junge Rehe. Was ist denn da der Trick? Training etwa? Na egal, ich komm ja auch untrainiert irgendwann ins Ziel, für heute reicht’s so.