Jas kana meres merava pala late

Juja kaputt und bananenfressend im Ziel, mit weiteren Vorratsbananen in Reichweite

Jetzt mal was anderes: am Pfingstmontag haben wir Freizeit, aber weil man Freizeit ja nicht mit Nichtstun verplempern kann, hat uns Justus den Mountainbikemarathon in der Dresdner Heide gefunden. Ein Rennen, in dem die Strecke mit roten Pfeilen und in Richtungen zeigenden Menschen markiert ist, wir kriegen keine Karte und müssen nicht denken, komisches Konzept. Heißt das, da kommt’s auf die Beine an? Hui.

Vorm Start verfalle ich schon einer seichten Panik, denn alle Anwesenden haben teures Material und kantige Körper, in enganliegendes teures Lycra eingefasst. Wie füge ich mich da wohl ein mit dem 14 Jahre alten Schmutzfink (an der Strecke kommentiert irgendwer mit leicht belustigtem Ton “Och gugge, ein 26er!”) und noch älterem Trikot, das ein Motto verkündet, dem meine Waden nicht mehr so ganz gerecht werden?

Juja und andere Fahrer:innen im staubigen Massenstart

Von früher kenn ich das ja nämlich so, dass ich am Berg alle einsammeln kann und bergab dann allen im Weg rumsteh. Das ist diesmal anders. Diesmal steh ich auch am Berg allen im Weg rum. Aber das Ende des Startblocks setzt sich nach dem Gong eh nur gemächlich in Bewegung, es ist eher Randonnée als Rennen und jedesmal, wenn irgendwo ne Wurzel querliegt, steht das Feld wieder. In der ersten rumpligen Abfahrt (ich taufe sie Bidonfriedhof) hänge ich in Zeitlupentempo hinter einem Herrn mit teurem Material und kantigem Körper, dem sichtlich die Knie zittern – es gibt also auch hier das Missverhältnis zwischen Optik und Können, aber allzu häufig dann doch nicht, eher bin ich ab der zweiten Hälfte der ersten Runde dann allein im Wald, und zwar nicht, weil ich so furchtbar schnell bin.

Dafür bekomme ich gegen Ende der ersten Runde wieder Gesellschaft von den mich überrundenden Marathontieren, die nicht mein Bedürfnis teilen, auf Singletrails halt defensiv hinten zu bleiben, sondern sich wirklich überall vorbeidrücken, wo sich 50cm Platz bieten. So wird’s nicht langweilig, die Strecke ist auch erfreulich abwechslungsreich mit vielen hübschen, schattigen Trails und zum Glück muss ich ja auch nur drei Runden und die Langstrecke fährt fünf und somit komme ich trotz Gluthitze doch an, bevor Ziel und Verpflegung abgebaut werden. Als ungefähr Vorletzte, aber neues Ziel: wenn ich das Rennen mit 60 noch überlebe, bin ich vermutlich die letzte Frau in meiner AK und dann wird’s schön, ich komm also in 20 Jahren nochmal wieder.

(Alle Rennfotos von René Paritschkow/Mathias Henke/Max Lit/Jens Bibrach gibt’s hier, darunter auch die obigen.)