Ein unsichtbarer Handschuh

Justus schiebt Juja beim Radfahren auf einer flachen Straße mit Leitplanke unter grauem Himmel

Doch noch kein Winterschlaf: überraschend gibt’s noch einen November-MTBO in Markkleeberg, auf persönliche Einladung, die uns Pfote weiterleitet, dann aber vor lauter Angst vor Wetter selbst nicht mitfahren will (dabei schrob der Veranstalter “Wetter ist eine innere Einstellung”). Und da hat er was verpasst: Kälte und Nässe blieben abwesend, und im Briefing wurde gefragt, ob wir auch alle Badesachen dabei haben – es ist also offenbar Sommer und das hier eine erfreulich unernste Veranstaltung. Spätestens aber mit Ausgabe der Karte (1:40000, da muss man immerhin nicht soviel Falten und Umbasteln, aber gibt halt auch keine Höhenlinien und Übergänge über Bahntrasse und Autobahn sind nicht erkennbar) konnte man alle Ambitionen zu strategischer Detailplanung fahren lassen – hier ist Glück eine elementare Erfolgskomponente.

Justus und Juja stehen auf den Rädern auf einem Weg, der in einen trüben See übergeht, in dem Gewächse stehen

Und das hatten wir in ausreichendem Maße, und in die Lücken stopften wir fröhliche Sturheit: vorm dritten Posten verwandelte sich der Weg überraschend in einen See, also verwarfen wir flink den Plan und machten kehrt, fanden dann keinen Übergang über die Bahn, kraxelten schließlich senkrecht eine Böschung hoch auf ein totes Stück ehemalige Schnellstraße und kamen so weiter. Im Süden strich Justus fleißig Posten, die alle zuviel Zeit gekostet hätten, denn auch so waren wir eine Stunde vor Zielschluss irgendwie in der diagonal dem Ziel gegenüberliegenden Ecke der Karte und mussten noch ganz ordentlich sprinten (Justus schob mich mehrmals!) – in Justus’ Fall mit nassem Fuß, denn der Hinweis auf Badesachen war berechtigt, drei Posten waren nur mit einem beherzten Schritt durchs Wasser zu erreichen. Schließlich drängte ich, noch den “verkieselten Xylit” mitzunehmen, was uns 5 Minuten Strafzeit, aber nochmal 5 Punkte mehr einbrachte – und damit den Sieg, hurra!

Justus steht mit einem Fuß knöcheltief im Wasser, um einen Posten auf einer Mole neben dem mit Steinen befestigten Ufer zu lochen, im Hintergrund ein leuchtender Himmel vor zwei Kühltürmen

Die eigentlich beste Idee war aber das Mitbringbuffet, denn wenn da über 70 Teams am Start stehen, die alle was beisteuern, dann gibt’s sehr ordentliche Verpflegung – sogar für uns, obwohl wir in der letzten Startgruppe losgefahren waren, was bei einem Score-Wettkampf halt dazu führt, auch als letzte anzukommen, und da hatten die anderen schon das halbe Buffet aufgefressen. Aber die andere Hälfte war super, da kommen wir gerne wieder!