Any day could be the last nice day for a long time.

Category: Irgendwas mit Startnummern

Don’t be afraid to lose control

Juja mit Melone: 'Ich habe eine Wassermelone getragen!'

Mal wieder MTBO mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: jeder Mentaltrainer wird davon abraten, sich zwei Tage vor einem Wettkampf, in dem man womöglich auch was denken muss, mit Brüchen in der eigenen Erwerbsbiographie zu beschäftigen, aber manchmal passiert’s halt. Außerdem verbring ich die Zeit, in der andere trainieren, grad mit Radreparaturen der Sorte “oh, wo ist denn plötzlich der Bremsdruck hin” – hab den Bremsdruck zwar rechtzeitig wiedergefunden, aber dafür hakelte im Rennen dann plötzlich die Schaltung, irgendwas is immer.

Juja fährt an einem OL-Posten vorbei einen Trail runter

Und dann halt die Mittelstrecke in Dresden Rähnitz: Träumchen, Denken ohne Ende. Es beginnt in einem Sandparcours, wo irgendwer Trails reingeschaufelt hat, schon hier viel Schieben und Fluchen und nochmal zurück. Im etwas gröberen Norden der Karte liegen auch mehr Hügel, als ich vermutet hätte. Aber ich fahr was geht und bin ziemlich zufrieden mit meinem Tempo im Vergleich zur restlichen Damenelite – wir sind heute zu dritt, wenn man sich also nicht ganz doof anstellt, sollte das klappen mit dem Treppchen, aber im Ziel finde ich raus, dass ich mich halt doch ganz doof angestellt hab, denn am fünften Posten hatte ich zwar noch den Gedanken, dass das irgendwie alles nicht so richtig passt, aber dass ich den falschen Posten gelocht hab, konnte ich nicht mehr schlussfolgern. Besorgte Fragen, wieso ich DSQ bin, was da los – strahlende Dummheit, das war los (und es wär sogar Siegzeit gewesen, argh).

Justus vorm Regenbogen

Ok, noch ne Chance am Sonntag, 4h Score im Zweierteam ab Moritzburg, wir starten im Modus “zwei halbe Hirne sind ein ganzes”. Justus fräst sich durch die kleinteiligen Gartensiedlungen und meine geistige Minimalleistung reicht grad noch für gelegentliche Fehlerkorrekturen und solide Feinorientierung am Posten; zum Glück bremst uns meine Gammelschaltung grad genug aus, dass an den meisten Kreuzungen ne Sekunde zum Denken bleibt.

Justus: 'Hier ist keine Lichtung.' - Juja: 'Das ergibt doch alles keinen Sinn.'

Dann komm ich leider auf den Gedanken, dass wir den wertvollen Posten ganz im Nordwesten ja noch schaffen könnten, und Justus missdeutet das als Aufforderung zur großen Panoramarunde, da grasen wir jetzt einmal den ganzen Norden ab und ballern mit Kette rechts und minimalem Rückenwind dahin, als ob wir für sowas die Waden hätten. Ich zähle mit und meine Rechnung geht leider überhaupt nicht auf, ich mach also bisschen Stress, wie wir bitte rechtzeitig ins Ziel kommen wollen und deshalb lassen wir dann einen Posten am Weg liegen, der uns womöglich noch den zweiten Platz beschert hätte, aber ich bin auch so ausreichend im Eimer und Kuchenbuffet gibt’s eh für alle, juhu.

No need to look so afraid

Schwimmerin mit oranger Kappe im Wasser

9 Jahre nach dem letzten Versuch, es ist sehr lange her, bekomme ich eine Einladung zur Überquerung des Starnberger Sees – erster Reflex: ja klar, warum nich? Anja hat auch Bock, ich prüfe also kurz, ob ich überhaupt noch n Kilometer schwimmen kann, dann melden wir uns an. Zwei Wochen vorm Termin bricht sich Anja ungünstigerweise den Arm, also schwimm ich wohl alleine (mit den 198 anderen Teilnehmis), hm. Und ich hab mir auch schonmal weniger Gedanken darüber gemacht, wie ich wohl über diesen See komme (4,2km Ideallinie). Aber immerhin kriegen wir mal wieder Idealbedingungen: 22°C Wasser, Sonnenschein, und dazu ordentlich Rückenwind, ich werde also doch in deutlich unter 2h mit euphorischem Grinsen ins Ziel getrieben, g’schafft, mermaid glitter ftw!

Wohin is egal und wolang werma sehn

Schwanentretboot an einem Ufer im Sonnenuntergang

Dieses Wettkampfjahr geht spät los für uns, erst das MTBO-Wochenende des OLV Potsdam passt uns zeitlich in den Kram und nu isses schon Mai. Aber ist jetzt nicht so, als ob deshalb schon irre viel Training stattgefunden hätte – da sind wir nicht pingelig, wir stehen immerhin mit intakten, bis zum Vortag noch reparierten Rädern am Start zur Langdistanz und sind fest entschlossen, da ein schönes Rennen zu haben.

Wetter passt, kühl und trocken, aber trocken ist halt gefährlich in Brandenburg, es gab zu lang keinen Regen, ergo kriegen wir Sandgrube deluxe und dazwischen verwachsene Schneisen und vereinzelt Rückstände von Forstarbeiten. Gegen die Karte der Ravensberge kann man aber nix sagen, das war unterhaltsam und abwechslungsreich und technisch gar nicht mal so banal, hat also echt Spaß gemacht. Weniger lustig war, dass Justus einfach nicht ins Ziel kam, aber stellte sich dann raus, er hat in dem Rennen zwei Schläuche verschlissen und mein Reifendruck senkte sich hinter der Ziellinie dann auch merklich, womöglich ist der Goldnagellack doch kein verlässlicher Glücksbringer?

Juja beim Flicken zahlreicher Schlaeuche mit Bierchen

Dann kurz Brandenburgferien, Einkehr in der Braumanufaktur und Camping am Badesee und drei Schläuche flicken für den Sonntag, an dem noch 4h Score im Zweierteam anstehen. Heute gibt’s eine “Badeposten”-Sonderwertung, zu meiner Enttäuschung muss man aber doch nicht rausschwimmen, sondern nur das Ufer erreichen. Das sandige Ufer, natürlich, durch den sandigen Wald, natürlich, man sollte meinen, man gewöhnt sich dran, aber irgendwie musste ich alle 45min “Ich hasse Brandenburg” in die Landschaft brüllen, um wieder klarzukommen (als wir irgendwann auf wunderbares Brandenburger Katzenkopfpflaster abbogen, war mein erster Gedanke “krass wie gut das rollt hier”). Aber natürlich war das wunderschön, die Konkurrenz war stabil, unser Glück und Geschick bei der Routenwahl diesmal leider eher so medium, daher auch die Platzierung nur so medium, aber wir fuhren trotzdem todmüde und sehr glücklich heim; um Ruhm und Ehre für Chemnitz haben sich ja schon Linus, Leo und ihre Omi gekümmert.