Any day could be the last nice day for a long time.

Month: November, 2025

Don’t be afraid to lose control

Juja mit Melone: 'Ich habe eine Wassermelone getragen!'

Mal wieder MTBO mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: jeder Mentaltrainer wird davon abraten, sich zwei Tage vor einem Wettkampf, in dem man womöglich auch was denken muss, mit Brüchen in der eigenen Erwerbsbiographie zu beschäftigen, aber manchmal passiert’s halt. Außerdem verbring ich die Zeit, in der andere trainieren, grad mit Radreparaturen der Sorte “oh, wo ist denn plötzlich der Bremsdruck hin” – hab den Bremsdruck zwar rechtzeitig wiedergefunden, aber dafür hakelte im Rennen dann plötzlich die Schaltung, irgendwas is immer.

Juja fährt an einem OL-Posten vorbei einen Trail runter

Und dann halt die Mittelstrecke in Dresden Rähnitz: Träumchen, Denken ohne Ende. Es beginnt in einem Sandparcours, wo irgendwer Trails reingeschaufelt hat, schon hier viel Schieben und Fluchen und nochmal zurück. Im etwas gröberen Norden der Karte liegen auch mehr Hügel, als ich vermutet hätte. Aber ich fahr was geht und bin ziemlich zufrieden mit meinem Tempo im Vergleich zur restlichen Damenelite – wir sind heute zu dritt, wenn man sich also nicht ganz doof anstellt, sollte das klappen mit dem Treppchen, aber im Ziel finde ich raus, dass ich mich halt doch ganz doof angestellt hab, denn am fünften Posten hatte ich zwar noch den Gedanken, dass das irgendwie alles nicht so richtig passt, aber dass ich den falschen Posten gelocht hab, konnte ich nicht mehr schlussfolgern. Besorgte Fragen, wieso ich DSQ bin, was da los – strahlende Dummheit, das war los (und es wär sogar Siegzeit gewesen, argh).

Justus vorm Regenbogen

Ok, noch ne Chance am Sonntag, 4h Score im Zweierteam ab Moritzburg, wir starten im Modus “zwei halbe Hirne sind ein ganzes”. Justus fräst sich durch die kleinteiligen Gartensiedlungen und meine geistige Minimalleistung reicht grad noch für gelegentliche Fehlerkorrekturen und solide Feinorientierung am Posten; zum Glück bremst uns meine Gammelschaltung grad genug aus, dass an den meisten Kreuzungen ne Sekunde zum Denken bleibt.

Justus: 'Hier ist keine Lichtung.' - Juja: 'Das ergibt doch alles keinen Sinn.'

Dann komm ich leider auf den Gedanken, dass wir den wertvollen Posten ganz im Nordwesten ja noch schaffen könnten, und Justus missdeutet das als Aufforderung zur großen Panoramarunde, da grasen wir jetzt einmal den ganzen Norden ab und ballern mit Kette rechts und minimalem Rückenwind dahin, als ob wir für sowas die Waden hätten. Ich zähle mit und meine Rechnung geht leider überhaupt nicht auf, ich mach also bisschen Stress, wie wir bitte rechtzeitig ins Ziel kommen wollen und deshalb lassen wir dann einen Posten am Weg liegen, der uns womöglich noch den zweiten Platz beschert hätte, aber ich bin auch so ausreichend im Eimer und Kuchenbuffet gibt’s eh für alle, juhu.

Down the hill I wander

Schwarze und weiße Schafe auf einer gerölligen Wiese

“Heutzutage hat keiner mehr die Geduld, sich fertig zu wundern. Aber man muss sich zuerst einmal fertig wundern, weil in diesem gedanklichen Hirntod, der das Wundern ausmacht, entsteht der Gedanke.” – Wolf Haas, “Müll”

Bugonia

Im Kino: [alles voller blutroter Spritzer] 'Holy Shit!' Am nächsten Morgen: 'Ich hab nicht davon geträumt. Schwein gehabt.' Am nächsten Abend: [alles voller blutroter Spritzer] 'Aber es hat mich wohl doch noch verfolgt.' width=

(Es wurde Schlehenmarmelade. Was für ne Sauerei, holy shit.)