{"id":3774,"date":"2017-12-18T09:00:41","date_gmt":"2017-12-18T08:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/paintedhell.de\/blag2\/?p=3774"},"modified":"2025-10-09T15:08:20","modified_gmt":"2025-10-09T14:08:20","slug":"przepraszam-seems-to-be-the-hardest-word-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/paintedhell.de\/blag2\/?p=3774","title":{"rendered":"Przepraszam seems to be the hardest word (1)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral02.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"148\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Warnung, es folgt: f\u00fcrchterlich viel Text, denn nachdem ich ewig rumgenervt habe, hat mich die allerbeste Anja im Oktober endlich auf ihren Beifahrersitz eingeladen und ich durfte mit ihr und Hias, Martin und Edi als zweitem Rallyeazubi ins menschenleere, daf\u00fcr aber umso aufgeweichtere Nordwestpolen fahren, um dort an der 44. Pomerania Trophy teilzunehmen. tl;dr: Es war herrlich!<\/p>\n<p><strong>Donnerstag.<\/strong> Vielst\u00fcndige Anfahrt (und meine war nur halb so vielst\u00fcndig wie die der restlichen Meute) durch Deutschlands trostloseste Landstriche, bei Orkan. Das Radio warnt immer mal, heute auf keinen Fall das Haus zu verlassen, schon gar nicht Auto zu fahren und ganz besonders nicht in der N\u00e4he von B\u00e4umen. Da ich mich aber mit der Wettervorhersage deutlich intensiver besch\u00e4ftigt hab als mit der Ausschreibung (kein Orkan, nur drei Tage Dauerregen, kein Problem), mach ich mir wenig Sorgen um den Abend und genie\u00dfe das Schauspiel. In Polen gibt&#8217;s abenteuerliche Umleitungen, einen Tank-, Hotdog- und Einkaufsstop und dann reiten wir auf dem Campingplatz ein und bauen unser Nachtlager (Edi unterm Tarp, nur die Harten). <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral09.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"274\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p><strong>Freitag.<\/strong> Hias hat n\u00e4chtliche Weckzeiten angek\u00fcndigt, und Vorfreude macht&#8217;s m\u00f6glich, ich bin tats\u00e4chlich wach und fitter als den ganzen letzten Monat. Das Supercamp reist nat\u00fcrlich mit zwei Bialetti, sodass es stilecht Kaffee, Milchbr\u00f6tchen und Apfelschnitze vom Anh\u00e4nger gibt. Regnet glaub ich nichtmal.<br \/>\nWir verlassen p\u00fcnktlich das Camp, war die Ansage. Naja, fast. Anja f\u00e4hrt den Patrol, Edi und ich fahren bei, Suzuki mit Martin am Steuer und Hias nebendran, wir rollen etwa hundert Meter vom Campingplatz, da hustet der Suzuki und bleibt stehen. Die Besatzung ermittelt schnell, dass die Benzinpumpe im Arsch ist, &#8220;Es geht immer das kaputt, was man nicht dabei hat!&#8221;, also spontane Plan\u00e4nderung, wir versuchen erstmal zu viert, ein Ersatzteil aufzutreiben und Martin bleibt zur\u00fcck und streichelt das Auto oder so. Schon der dritte H\u00e4ndler kann uns eine organisieren (&#8220;Heute Nachmittag. Wahrscheinlich kommt da aus Drawsko einer mitm Fahrrad r\u00fcber und sammelt unterwegs noch paar Pilze.&#8221;), okay, also schleppen wir den Suzuki erstmal zur\u00fcck ins Camp und nutzen den restlichen Vormittag, um alle zusammen im Patrol bisschen Spa\u00df mit dem Roadbook zu haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral10.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"269\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Ich fange gleich mal das Roadbook, Hias liest simultan und da kann ja nix schiefgehen. Sehr kurze Eingew\u00f6hnungsphase, dann kommt auch schon das erste tiefe Matschloch und wir revidieren Anjas Aussage: &#8220;Schlechtes Wetter ist egal, wir sitzen ja die ganze Zeit im Auto.&#8221; Ja Schei\u00df, die Fahrerin vielleicht. Der Beifahrer darf die Wattiefe aller L\u00f6cher bestimmen (Supercamp hat zwei ABC-Schutzanz\u00fcge dabei, Supercamp ist vorbereitet auf alles) und Ma\u00dfnahmen einleiten, das Auto aus jenen rauszuholen. Zu Fu\u00df w\u00e4r man schneller, aber die Aufgabe ist halt, zwei Tonnen Blech durch den ganzen Dreck zu bef\u00f6rdern. Dank der beiden Profis auf der R\u00fcckbank werden wir Rallyeazubis aber gleich mal hervorragend in die Bedienung der Winde eingearbeitet, das l\u00e4uft. Und unsere Sandbleche machen uns neue Freunde, die funktionieren n\u00e4mlich auch in weichem Lehm einwandfrei und befreien die beiden vor uns feststeckenden Landroverjungs. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral11.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"360\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Ein St\u00fcck weiter stehen die Autos Schlange, wir sind also gar nicht mal so weit hinterm Feld. Da wir soviel Bedenkzeit hatten, wie wir das aktuelle Loch \u00fcberwinden, l\u00e4uft das easy, es folgt nur noch eine schr\u00e4ge, modderige Kurve, dann sind wir raus. Anja: &#8220;Ich denk nicht, dass das noch ein Problem ist.&#8221; Enter Murphy, der Patrol rutscht seitlich ins Gestr\u00fcpp und muss sich vom grummeligen G-Fender-Team nach hinten rausziehen lassen (wahrscheinlich bekamen die gesetzten Herren leichte Kopfschmerzen dabei, uns Rallyeazubis beim Rumst\u00fcmpern zuzugucken). Nuja, Tankstellenmittag und weiter auf die Panzerpiste, mit dem Sandboden kommen die Patrolreifen deutlich besser klar, noch bisschen im Wasser rumgebatscht und Sachen eingematscht und wenn erstmal alles heillos nass und verdreckt ist, ist das schon ne ziemlich grandiose Sache alles. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral12.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"285\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Gegen drei klingelt Hias&#8217; Handy, man muss die Polen f\u00fcr die Effizienz ihrer Telefonate lieben &#8211; Hias: &#8220;Joa?&#8221; &#8211; Mechaniker: &#8220;Pompa!&#8221; &#8211; Hias: &#8220;Ok, we&#8217;ll come in an hour!&#8221; Runter von der Piste, hin zum H\u00e4ndler, Teil geholt, zur\u00fcck zum Camp, Benzinpumpe eingebaut, und nun kehrte auch endlich das Leben in Martin zur\u00fcck, schnell wieder rauf auf die Piste. Da Anja und Edi auf den Stress erstmal ein Bierchen trinken mussten, hab ich bei der \u00dcberf\u00fchrung die Freude, das Schiff auch mal fahren zu d\u00fcrfen, aber im Gel\u00e4nde geb ich direkt wieder ab, mein fahrerisches K\u00f6nnen ersch\u00f6pft sich n\u00e4mlich darin, n Opel Corsa \u00fcber Dorfstra\u00dfen zu bewegen, ich f\u00fchle mich hier dezent unterqualifiziert, der Corsa hat n\u00e4mlich z.B. gar keine Differentialsperren. Mit dem Roadbook komm ich da deutlich besser klar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral06.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"233\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Erst sp\u00e4tnachts folgen die von Anja begeistert angepriesenen Special Tasks, Aufgabe 1: &#8220;Your car is upside down, you can&#8217;t sleep in the car, the weather gets worse, build a camp for the night.&#8221; Indem wir unser schn\u00f6des Zelt aufstellen, w\u00e4hlen Anja und ich ganz klar die Langweilerl\u00f6sung, Edi bastelt sich indes sein Tarp an die Front vom Patrol, hockt mit roter Lampe (&#8220;for the romantic atmosphere&#8221;) drunter und f\u00e4ngt schonmal an, uns einen Nachtkaffee zu brauen, Hias und Martin verspannen die noch viel kleinere NVA-Plane an ihrer Axt und quetschen sich irgendwie zu zweit darunter, eindeutig die Sieger der Herzen. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral07.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"230\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Ok, Aufgabe 2: Seilbr\u00fccke \u00fcbern Fluss bauen und an dieser ein Teammitglied mit schweren Verbrennungen an den H\u00e4nden, das also nicht selber hangeln kann, aufs andere Ufer bef\u00f6rdern. Nuja, es ist nach elf, die Nacht ist kalt, der Fluss ist breit, das Windenseil vom Patrol vermutlich gar nicht so lang, sieht alles nicht so nach Erfolg aus. Irgendwie bekam dann aber Martin den Rappel und wollte dringend mal im Fluss baden, und eh wir den Plan richtig durchdenken konnten, war er schon mit dem Windenseil vom Suzuki auf der anderen Seite und im Baum, wo der Gurt auf 3-4m H\u00f6he anzubringen war. Da die Heldenleistung nun schon vollbracht war, f\u00fcgte ich mich widerstandslos in die Feststellung, dass ich als leichtestes Teammitglied optimal zum Ziehen geeignet sei (Klettergurte sind im Kofferraum, Supercamp ist vorbereitet auf alles), wurde gezogen und Martin schaffte es auch irgendwie, sich selbst am Baum zu halten, mein Zugseil zu halten und mit der dritten und vierten Hand noch seinen Gurt auszuklinken, v\u00f6llig unklar das alles. Immerhin wurde uns der R\u00fcckweg \u00fcbern Fluss erlassen und wir durften \u00fcber die Br\u00fccke wandern, wo uns die allerbeste Anja schon mit dem beheizten Patrol entgegen kam. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/ral04.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"263\" class=\"frameless\" \/><\/p>\n<p>Kurzes Aufw\u00e4rmen mit Kaffee am Lagerfeuer, dann weiter. Ist ja auch erst halb eins, da kann man noch richtig was rei\u00dfen. Leider wurden die folgenden zwei Stunden sinnlos erschwert durch einen kleinen Roadbookfehler (Hias beherrscht Stufe 2 des Roadbooklesens: Fehler erkennen, Ursache richtig raten und richtigen Weg zum falschen Bild finden), zunehmenden Kackmodder (zum Gl\u00fcck war der schwere Landrover inzwischen unser st\u00e4ndiger Begleiter geworden und konnte den Patrol immer mal aus dem Matsch ziehen) und M\u00fcdigkeit aller Teilnehmer, das offizielle Camp war weit weg und so beschlossen wir, nach Beendigung der Schleife an der Special-Task-Station zu \u00fcbernachten. Grandios, drei Gel\u00e4ndewagen rumpeln auf die Wiese, wo schon das Zelt der Marshals steht, aber dann: &#8220;Wir m\u00fcssen fl\u00fcstern, sonst wecken wir sie noch auf!&#8221; Noch n Bierchen auf die Erfolge, r\u00e4udiger Texastopf als Betthupferl, dann Schlafsack und Koma.<\/p>\n<p>(Den zweiten Teil gibt&#8217;s <a href=\"?p=3792\">hier<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warnung, es folgt: f\u00fcrchterlich viel Text, denn nachdem ich ewig rumgenervt habe, hat mich die allerbeste Anja im Oktober endlich auf ihren Beifahrersitz eingeladen und ich durfte mit ihr und Hias, Martin und Edi als zweitem Rallyeazubi ins menschenleere, daf\u00fcr aber umso aufgeweichtere Nordwestpolen fahren, um dort an der 44. 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